Alltagsbrot mit Lievito Madre

16K
Tutorial

Wenn man einen starken Lievito Madre hat, ist das Alltagsbrot das perfekte Rezept für Anfänger! Das Brot ist einfach und schnell gemacht!

Nachdem ihr erfolgreich über 5 oder 7 Tage einen Lievito Madre angesetzt habt, kommt heute kurz und schmerzlos mein Rezept für unser Alltagsbrot. Es ist super lecker, schmeckt zu allem, ist innerhalb von ca. 24 Stunden fertig und hier einfach nur das Gewinnerbrot!

Einen Zeitplan, wie man das Alltagsbrot auch alltagstauglich ansetzen könnte, schreibe ich dazu. Und bitte keine Angst haben: es sieht nach einem sehr hohen Zeitaufwand auf, aber alle Schritte dauern maximal 2 Minuten. Echt!

Was beim Lievito Madre besonders in der Handhabung ist, ist daß man sich vom großen Ganzen immer einen Teil wegnimmt (dem Anstellgut im Kühlschrank) und sich dann diesen kleinen Teil auf die gewünschte Menge „hoch füttert“. Das geht ganz einfach – ihr werdet es sehen! Jetzt aber los!

Lievito Mamma Alltagsbrot - Das einfachste Brot mit Lievito Madre

Alltagsbrot mit Lievito Madre – Das Rezept

5 von 2 Bewertungen

Alltagsbrot mit Lievito Madre

Ein einfaches Rezept für ein lecker, luftiges Brot mit Lievito Madre.

Zutaten

Lievito Madre

  • 150 g aktiver Lievito Madre 30 g Lievito, 40 g Wasser, 80 g Mehl

Hauptteig

  • 380 g Weizenmehl 550 oder 1050
  • 80 g Weizen- oder Dinkelvollkornmehl
  • 270 g Wasser lauwarm
  • 12 g Salz

Anleitungen

  • Abends Tag 1
    60 g Lievito zimmerwarm
    30 g Wasser lauwarm
    80 g Weizenmehl 550
    vermischen und abgedeckt schön warm über Nacht stehen lassen, bis sich der Lievito verdoppelt hat.
  • Morgens Tag 2
    Mehle und Wasser für den Hauptteig miteinander vermischen und verkneten, bis ein geschmeidiger Teig entsteht. Diesen ca. 30 Minuten bis zu einer Stunde stehen lassen.
    Anschließend das Salz und den aktiven Lievito hinzufügen und in einer Küchenmaschine so lange kneten, bis sich der Teig von der Schüssel löst.
  • Den Teig in einer abgedeckten Schüssel in der Küche stehen lassen und die nächsten 2 Stunden 2-4 mal Dehnen und Falten.
    früher Nachmittag Tag 2
    Anschließend das Brot final falten und im Gärkörbchen 20-24 Stunden im Kühlschrank gehen lassen.
  • früher Nachmittag Tag 3
    Den Backofen mitsamt gusseisernen Topf mit Deckel auf höchste Stufe vorheizen.
    Den Brotteig auf ein Backpapier stürzen, einritzen und mitsamt des Backpapiers in den Topf heben. Sofort den Deckel des Topfes wieder schließen, den Ofen auf 220 Grad herunterdrehen und das Brot 35 Minuten backen.
    Nach 35 Minuten den Deckel des Topfes abnehmen und das Brot weitere 5 Minuten backen, bis eine schöne goldene Kruste entstanden ist.

Notizen

Man kann das Brot auch schon nach 12 Stunden backen, oder aber auch erst nach 36 Stunden. Es gilt, je länger der Teig geht, desto besser schmeckt das Brot und umso bekömmlicher wird es.
Die Sache mit der Gare im Kühlschrank ist KEINE Option, sondern unbedingt erforderlich. Der Teig kann dort kontrolliert gehen und die Chance der Übergare besteht da nicht. Wer keinen Platz im Kühlschrank hat, nimmt den kühlsten Ort den er findet. Wer gar keine Möglichkeit hat, den Teig im Kühlschrank gehen zu lassen, muss den Teig beobachten und backen, wenn der Teig maximal aufgegangen ist. Ansonsten fällt er wieder ein und es gibt Fladenbrot.
Keyword: Lievito Madre, Sauerteigbrot

Hinweise und kleine Tipps

Es macht total Sinn, dieses Rezept die erste Male wirklich genau so zu befolgen. Natürlich kann man irgendwann mit den Mehlen experimentieren und hier und da mal was abändern. Aber wer noch nie mit Lievito gebacken hat, hält sich wirklich am Besten an das Rezept um ein Gefühl für den Teig und seine Beschaffenheit zu bekommen. Die Routine kommt mit der Zeit und nicht jedes erste Brot wird perfekt. Da hilft es, wenn die Parameter – also DIE ZUTATEN – immer gleich bleiben. Dann kann man sich sicher sein, daß es nicht am Mehl oder am Wasser oder was auch immer gelegen hat. Sondern vielmehr an der Technik.

Die genannten Zeiten sind ungefähre Richtwerte. Wie schnell ein Lievito sich verdoppelt, kommt darauf an, wie warm ihm ist. Am Besten nimmt man wirklich lauwarmes Wasser zum anmischen und lässt ihn dann in ein Tuch gewickelt in der Küche stehen. Jetzt wo die Temperaturen wieder wärmer werden, klappt das eigentlich ganz gut.

Dehnen und falten hilft dem Brot ein stärkeres Glutengerüst aufzubauen. Es macht das Brot aber gleichzeitig auch luftig, fluffig und porös in der Krume. Wer es jemand NICHT mag, daß ihm die Butter und die Marmelade durch die Poren flutscht, der dehnt und faltet ein Mal weniger. 🙂 Dann wird die Krume etwas fester.

Jeder Ofen ist anders, daher können Backzeiten variieren. Wer sich nicht sicher ist, hebt das Brot im Topf am Backpapier kurz an und klopft auf die Unterseite. Wenn es hohl klingt, ist es fertig. Mit einiger Zeit und Erfahrung, lernt man „sein“ Brot auch kennen. Habt keine Angst!

Das Brot kann sowohl im Topf, als auch auf dem Backblech gebacken werden. Allerdings empfehle ich dringend den Topf für das ultimative Broterlebnis. Das Brot geht im Topf richtig schön auf, es knuspert wie verrückt und es gart einfach besser, als auf dem blanken Blech oder Stein. Der gusseiserne Topf simuliert einen echten Bäckerofen einfach am Besten und ist längerfristig eine wunderbare Investition. Er ist ja auch nicht NUR zum Brot backen da, man kann ja tatsächlich in ihm auch ganz normal kochen 😉 Eine Auflistung meiner Gerätschaften, die ich zum Brot backen immer verwende, findet ihr am Ende des Posts (Amazon Partner-Links).

Auf Instagram habe ich diesen ganzen Prozess in der Story „Ein Brot backen mit Lievito Madre“ aufgezeichnet. Ich empfehle es, einmal von ANFANG BIS ENDE zu schauen. Ich bin sicher, das wird eure Fragen zum Thema: Wie dehne und falte ich eigentlich? und „Was ist denn dieses Laminieren??“ gut beantworten. In der Story FAQ sind auch viele, viele eurer Fragen beantwortet.

Wenn JETZT noch Fragen sind, schießt los! Ich hör euch zu!

In meinem Little Book of Lievito Madre habe ich all mein Wissen über den italienischen Sauerteig gebündelt. Dort findet ihr alles was ihr braucht, um hervorragendes Brot herzustellen. 10 Rezepte und 8 detaillierte Videos sind auch dabei! Das Buch gibt es als Ebook, als Printausgabe und im praktischen Bundle!

Amore per voi!

Join the Conversation

  1. Huhu,
    Ich möchte dein Rezept, nach einer ausdrücklichen Empfehlung, gerne nachbacken. Ich habe allerdings momentan nur einen Römertopf zur Verfügung, mit dem ich mich nicht so gut auskenne. Weißt du, ob das Brot in dem auch etwas wird? Er muss ja Gewässert und in den kalten Ofen gestellt werden. Macht das Brot das mit? Liebe Grüße, Lena 🙂

    1. lievitomamma Author says:

      Hallo Lena,
      ich persönlich habe keine Erfahrung mit dem Römertopf. Aber ich erinnere mich daran, daß Follower auf Instagram bestätigt haben, daß es durchaus geht. Allerdings muss man eben sagen, daß die Ergebnisse anders sind. Damit das Brot optimal aufgeht im Ofen, ist erhebliche Ober- und Unterhitze nötig. Daher würde ich keinen Teig in eine kalte Form geben und dann backen. Das ist aber nur mein persönliches Empfinden. Versuchs mal. Es kann ja nicht viel schief gehen. Ansonsten nimm einfach ein sehr gut aufgeheiztes Backblech mit so viel Hitze, wie der Ofen hergibt.
      xoxo, Lou

      1. Onkel Herbert says:

        Hallo Lena, ich verwende einen Römertopf BBQ, den ich wie einen Gusseisenbräter einsetze. Diese Sorte BBQ Römertöpfe müssen nicht gewässert werden: vorheizen, Teig einlegen, backen. Klappt wunderbar. VG Onkel Herbert

        1. lievitomamma Author says:

          Danke Herbert für deinen Input!

    2. indica says:

      Hallo Lena, ich habe erst heute deine Frage bezüglich des Römertopfes gelesen. Also ich backe nur im Römertopf, weil mir der Gusseisen Bräter zu schwer ist. Ich wässere den Topf mit Deckel, stelle dann Beides in den KALTEN Backofen und heize auf 250° auf. Den Topf rausnehmen, Handschuhe nicht vergessen, den Topf bemehlen,( meiner ist nicht glasiert), den Teig in den Römertopf, Deckel drauf und nach Anweisung backen. 10 Minuten vor Ende der Backzeit den Deckel abnehmen für eine schöne braune Kruste. Es gelingt wunderbar. Ich hoffe ich konnte Dir wenn auch ein bisschen Spät helfen.

      1. lievitomamma Author says:

        Wie lieb von Dir!! Danke für das Teilen deiner Erfahrung! xoxo

  2. Hallo liebe Lou,
    ich habe mich nun auch einmal an einem Lievito probiert und das erste Alltagsbrot steht nun kalt und wird heute Abend gebacken, bisher sieht alles so aus, als wenn dieses Experiment glückt! Dennoch habe ich nun im Nachhinein eine Frage zu den Zutatenmengen: Bei dem Weizenmehl und dem Wasser sind das die Gesamtmengen, sodass ich die 60g von den angegebenen 330g für den Lievito abziehe und für den Hauptteig nur noch 270g nutze, oder??
    Viel Grüße und danke für deinen super Blog,
    Hanna

    1. lievitomamma Author says:

      Hallo Hanna, nein, die Menge für den Lievito ist immer separat angegeben und die Mengen für den Hauptteig sind auch separat.
      Ich gebe im Rezept dann an, wie man auf die x Gramm Menge aktiven Lievito kommt. Ich hoffe, das hilft weiter!
      xoxo, Lou

      1. Katharina says:

        Hallo!
        Das hat mich aber auch verwirrt. Obendrüber schreibst du, dass du alles zusammengezählt hast, damit man weiß, wie viel man insgesamt braucht. Dann in der Anleitung der lievito plus Mehl und Wasser. Dann „Mehle und Wasser“. Ich würde mir hier auch eine Mengenangabe wünschen. Oder eben „das restliche Weizenmehl und das Vollkornmehl mit dem Wasser“ 😅

        1. lievitomamma Author says:

          Hi, ich habe euch das Rezept jetzt umgeschrieben und hoffe, daß es jetzt jeder versteht 🙂

  3. Hallo Lou,
    stimmt die angegebene Wassermenge tatsächlich? Ich habe bisher nur mit Roggensauerteigen gebacken und nun einen sehr triebstarken Lievito in die Finger bekommen. Daher habe ich dein Rezept ausprobiert. Allerdings ist der Hauptteig ein solch fester Klops geworden, dass ich ihn nicht dehnen konnte (habe ihn mit beiden Händen auseinandergezogen, dabei ist die Oberfläche immer eingerissen) und er auch nicht aufgegangen ist, wie ich das von meinen Roggenbroten kenne. Mich hat das so irritiert, dass ich nochmal gut 50-70 mL mehr Wasser reingemacht habe, bis ich ihn von der Konsistenz her passend fand. Leider ist es nun nicht mehr dein Originalrezept und daher auch die Frage. Soll der so fest sein? Stimmt die Wassermenge nicht oder habe ich einfach irgendwas falsch gemacht? (dann gehe ich beim nächsten Mal auf Fehlersuche 🙂 ) Mein Teig geht gerade noch, ich bin gespannt, wie es wird!
    Liebe Grüße! Lea

    1. lievitomamma Author says:

      Hallo Lea, also wenn ich ein Brot in meinem Leben en masse gebacken habe, ist es das Alltagsbrot. Das backe ich dir Nachts um 2 im Halbschlaf bei 2 Promille. Und deshalb kann ich dir versichern, das die Mengenangaben hier stimmen. Deshalb habe ich da folgende Dinge als mögliche Knackpunkte im Kopf: 1. war der Lievito wirklich triebstark? Hat er sich innerhalb von ein paar Stunden verdoppelt? 2. Wenn du sagst, mit meiner Wassermenge hat was nicht gestimmt, was die Konsistenz angeht, dann könnte ich mir vorstellen, das was mit dem Mehl „nicht ok“ war. Hast du 550er Weizen genommen? Oder den Vollkornanteil erhöht?
      Das Ding ist, das Alltagsbrot ist sowas von erprobt, daß es nicht wirklich am Rezept liegt. Sag doch mal Bescheid, wie das Ergebnis wurde. Dann schauen wir weiter 🙂 So aus der Ferne ist das wirklich schwer zu beurteilen! xoxo

      1. Matthias says:

        Hallo,
        mir ist es genauso gegangen wie Lea. Dein Rezept hier weicht aber auch von deiner Instagram-Story ab. Hier nimmst du 150g aktiven Lievito und auf Instagram 200g. Dafür hier mehr Mehl im Hauptteig. Kann es daran liegen?
        Liebe Grüße
        Matthias

        1. lievitomamma Author says:

          Hi Matthias,
          ich backe das Alltagsbrot persönlich immer frei Schnauze. ABER wenn ihr euch ENTWEDER an die Anleitung auf Insta ODER an die Anleitung HIER orientiert, dann geht da auch nichts schief!! 😉
          xoxo, Lou

  4. Hey Lou, vielen lieben Dank für deine schnelle Antwort! Der Sauerteig ist echt klasse, ich denke an dem liegt es nicht. Der hatte sich über Nacht wie gewünscht verdoppelt. Im Hauptteig habe ich 380 g 550er Weizenmehl mit den 270mL Wasser gemischt; die 80g Dinkelvollkornmehl hatte ich im ersten Schritt vergessen und daher mit dem Sauerteig zugefügt. Vielleicht war es das? Ich hätte nicht gedacht, dass das solch einen Unterschied macht. Oder es lag doch der Teigschaber auf der Waage 😉
    Nachdem ich nochmal Wasser reingeknetet hatte, ist der Teig auf jeden Fall toll aufgegangen und das Brot super lecker und sehr fluffig geworden.
    Damit bin ich nun auch voll motiviert, es nochmal auszuprobieren (und alles Backzubehör von der Waage fernzuhalten 😉 ) – denn ich glaube dir sofort, dass das ein super Rezept ist. Da würde ich den Fehler erstmal bei mir suchen. Ich berichte gerne nochmal!
    Alles Liebe!
    Lea

    1. lievitomamma Author says:

      Hello again! Hach, manchmal muss man mal drüber reden um zu gucken, woran es alles liegen kann! Das kenne ich selber nur zu gut!
      Hab noch ganz viel Freude bei weiteren Experimenten!

  5. Twinmom-Jenny says:

    5 stars
    Ich backe das Brot gerade zum 3.Mal. Wirklich sehr lecker!
    Da die Menge für meine Familie zu gering ist, habe ich die angegebenen Mengen verdoppelt.
    Wie sollte ich nun mit der Backzeit verfahren?
    Ich bin über jeden Tipp dankbar!

    1. lievitomamma Author says:

      Hi Jenny,
      ja du kannst hier die Mengen ganz einfach verdoppeln, daß ist kein Problem. Die Backzeit verlängert sich auf ca. 50 Minuten. Aber da vorsichtshalber immer mal checken und gucken, wie es ist. Viel Freude dabei! <3

  6. 5 stars
    Hallo Lou!
    Habe heute das Brot nachgebacken. Und ich muss sagen, es ist der Wahnsinn! So einfach und sooooo lecker 👍
    Vielen Dank für das Rezept.

    LG Elena

    1. lievitomamma Author says:

      Elena! Ich freue mich sehr über dein Feedback und daß dir das Brot so gut gelungen ist.
      Keep on baking! <3 xoxo

  7. Hilfe, ich komm mit den Mengen nicht klar, erst steht da 150g, dann plötzlich 30g und für den Vorteig 60g????

    1. lievitomamma Author says:

      Hach, ein Fehlerteufel. Ich habe es geändert 🙂 Danke für den Hinweis!
      Wenn man 150 g FERTIGEN Lievito braucht, dann kann man den z.B. mit 30 g (inaktivem) Lievito, 40 g Wasser und 80 g Mehl herstellen.
      Und ich hatte mich dann verschrieben. jetzt ist es richtig 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Recipe Rating




Like
Close
Lievito Mamma © Copyright 2021. All rights reserved.
Close